Deine Spende

Zwei Wege, Leben zu retten

Wenn du als passende Spenderin oder Spender ausgewählt wurdest, gibt es zwei medizinisch etablierte Verfahren für die Stammzellspende: die periphere Stammzellentnahme (Apherese) und die Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose. Beide Verfahren sind sicher, gut erforscht und retten Leben – jeden Tag.

So einfach ist eine Blutstammzellspende

Spender bei der Blutzellspende

Periphere Stammzellentnahme – das häufigste Verfahren

Die periphere Stammzellentnahme ist mit rund 90 % die am häufigsten eingesetzte Methode bei Stammzellspenden. Hierbei werden die benötigten Stammzellen direkt aus deinem Blut gewonnen – mithilfe eines Verfahrens namens Apherese.

Beim Großteil der Spenden erfolgt die Entnahme der Stammzellen mittels einer so genannten „peripheren Stammzellentnahme”. Und das ist ganz einfach!

Deine Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Damit sie entnommen werden können, müssen die Stammzellen im Vorfeld der Spende ins Blut ausgeschwemmt werden. Dafür musst Du dir in den fünf Tagen vor der Zellentnahme das hormonähnliche Präparat (G-CSF) unter die Haut spritzen oder von einer medizinischen Fachkraft spritzen lassen.

Unter G-CSF versteht man den Granulozyten-Kolonien stimulierenden Faktor. Bei dem Präparat handelt es sich um ein Zytokin, also einen Botenstoff, der auch natürlich im Körper vorkommt und die Blutbildung in Deinem Körper beeinflusst. Es wird immer dann aktiv, wenn der Körper eine Infektion hat und die „Abwehrzellen“ mobilisiert werden müssen. Das Spritzen des Präparates bewirkt, dass die im Knochenmark vorkommenden Stammzellen in den Blutkreislauf gelangen.

Die ausgeschwemmten und später entnommenen Stammzellen bilden sich innerhalb weniger Wochen nach.

Während der Mobilisierung der Stammzellen können als mögliche Nebenwirkungen grippeähnliche Symptome auftreten, vor allem Knochen- und Gliederschmerzen. Diese können mit einem leichten Schmerzmittel wie Paracetamol behandelt werden.

Nach Deinem Eintreffen im Entnahmezentrum erfolgt ein kurzer Gesundheitscheck. Deine Spende wird dann mit Hilfe einer Apheresemaschine durchgeführt, die das Blut durch Zentrifugalkraft in die einzelnen Bestandteile auftrennt und so das Sammeln der entsprechenden Zellen aus dem Blut ermöglicht. Dafür wird Dir an beiden Armen ein venöser Zugang gelegt, der über ein steriles Einmal-System mit der Apheresemaschine verbunden ist.

Ablauf der Spende

Dein Blut verlässt den Körper auf der einen Seite, fließt durch die Maschine und wird auf der anderen Seite über den zweiten Zugang wieder in den Körper zurückgeführt.

Während des Vorgangs wird ein kleiner Teil deines Blutes, und zwar die für den Patienten wichtigen Stammzellen, absorbiert. Um Blutgerinnungen zu vermeiden, wird dabei ein Gerinnungshemmer eingesetzt, der Zitronensäure ähnelt und vom Körper sehr schnell abgebaut wird. Dadurch kann allerdings kurzzeitig Kribbeln im Mund- und Lippenbereich oder beispielsweise in den Fingern verursacht werden. Durch Kalziumgaben können diese Beschwerden aber rasch beseitigt werden.

Hier findest Du alle relevanten Informationen zur Stammzellspende zum Download.

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Bei einer Knochenmarkentnahme wird dir unter Vollnarkose ein Knochenmark-Blutgemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Dieses Verfahren wird bei etwa 20 % aller Spenden angewendet.

Am Tag vor der Knochenmarkentnahme wirst Du in die Klinik aufgenommen. Dort finden ein Begrüßungsgespräch, eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme statt. Am nächsten Morgen wird dann die Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose durchgeführt.

Für die Spende wirst Du auf den Bauch gedreht und zwei Ärzte punktieren rechts und links deinen Beckenkamm mit einer stabilen Hohlnadel.

In der Regel genügen für die Entnahme zwei kleine Hautschnitte (ca. 0,5 cm), durch die der Beckenknochen mehrmals punktiert wird. Mit der Hohlnadel wird Dein Knochen punktiert, anschließend wird auf die Nadel eine Spritze aufgesetzt und das Knochenmark-Blutgemisch entnommen.

Die genaue Entnahmemenge wird durch die für den Patienten angeforderte Zellzahl bestimmt. Es gibt aber eine Obergrenze, die durch Dein Gewicht als Spender bestimmt wird. Grundsätzlich wird eine maximale Entnahmemenge von 1,5 Litern nicht überschritten. Das dabei entnommene Knochenmark entspricht etwa 5 % des Gesamtknochenmarkes.

Die entnommenen Zellen bilden sich innerhalb von zwei bis vier Wochen wieder nach.

Nach etwa einer Stunde wirst Du ins Aufwachzimmer gebracht. Dort liegst Du auf dem Rücken – um zu gewährleisten, dass die Punktionsstellen weiterhin gut abgedrückt werden, wird jeweils ein Sandsäckchen unter die punktierten Stellen geschoben.

Im Laufe des Tages darfst Du dann aufstehen, allerdings musst Du zur Beobachtung anschließend eine weitere Nacht in der Klinik bleiben. Insgesamt bist Du also rund 48 Stunden in der Klinik.

Nach der Entnahme kann es zu Beschwerden an den Entnahmestellen kommen, die oftmals mit einem Muskelkater oder einer Prellung im unteren Rückenbereich verglichen werden. Diese können bis zu 7 Tage anhalten und sehr gut mit einem Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) behandelt werden.

Hier findest Du alle relevanten Informationen zur Knochenmarkentnahme zum Download.

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Manchmal kommt es bei Patienten nach einer erfolgten Stammzelltransplantation zu frühzeitigen Rückfällen. Für diese Patienten ist oft die Gabe von Spenderlymphozyten erforderlich. Lymphozyten sind „aggressivere“ Zellen, die die Aufgabe haben, Krebszellen zu vernichten und das Immunsystem des Patienten zu stärken.

Die Entnahme von Spenderlymphozyten verläuft wie eine periphere Stammzellspende, allerdings ohne vorheriges Spritzen von G-CSF. Deine Spende wird ebenfalls mit einer Apheresemaschine durchgeführt, die das Blut durch Zentrifugalkraft in die einzelnen Bestandteile auftrennt und so das Sammeln der entsprechenden Zellen aus dem Blut ermöglicht. Dafür wird Dir an beiden Armen ein venöser Zugang gelegt, der über ein steriles Einmal-System mit der Apheresemaschine verbunden ist.

Dein Blut verlässt dann auf der einen Seite den Körper, fließt durch den Zellseparator und wird Deinem Körper auf der anderen Seite über den zweiten Zugang wieder zugeführt.

Die Spenderlymphozyten werden meist eingefroren (kryokonserviert) und später dem Patienten verabreicht.

Hier findest Du alle relevanten Informationen zur unstimulierten Leukapherese zum Download.

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Spender FAQs

Wir von Cellex verstehen, dass Du bei einem solchen Thema noch viele Fragen hast. Die häufigsten Fragen haben wir hier gut auffindbar und übersichtlich aufgelistet für Dich dargestellt.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Spender in Frage komme?

Die Wahrscheinlichkeit, dass bei Dir eine Bestätigungstypisierung durchgeführt wird, liegt ungefähr bei 1:3. Hier wird noch einmal ganz genau überprüft, ob Du wirklich ein passender Spender bist und ob aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Spende spricht. Nur einer von hundert registrierten Spendern wird später um eine Spende gebeten.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass „mein Patient“ durch die Spende geheilt wird?

Der Erfolg der Stammzellspende hängt stark vom Gesundheitszustand des Patienten ab. Die Heilungschancen liegen durchschnittlich bei 40 bis 70%.

Bin ich der einzige Mensch, der für die Spende infrage kommt?

Prinzipiell ist es möglich, dass mehrere Menschen auf der Welt aufgrund ihrer genetischen Merkmale als Spender infrage kommen. Außerhalb der Familie des Patienten einen passenden Spender zu finden ist allerdings sehr viel schwieriger. Laut allgemeiner Einschätzung liegt diese Wahrscheinlichkeit zwischen 1:20.000 und eins zu mehreren Millionen. Jeder siebte Patient findet gar keinen passenden Spender.

Kann ich aussuchen, welche Entnahmemethode angewandt wird?

Grundsätzlich kannst Du Dich für eine der beiden Entnahmearten entscheiden, und wir versuchen natürlich, Deinen Wunsch nach einer bevorzugten Entnahmeart zu erfüllen. Es kann allerdings sein, dass Du als Spender nur für eine der Entnahmemethoden in Frage kommst. Welche Methode aus medizinischen Gründen bevorzugt oder sogar notwendig ist hängt von der Situation des Empfängers ab. Prinzipiell wäre es optimal, wenn Du zu beiden Entnahmearten bereit bist.

Kann ich meine zugesagte Spende zurückziehen?

Deine Spende ist grundsätzlich natürlich freiwillig und kann auch zurückgezogen werden. Entscheidest Du Dich jedoch kurzfristig gegen eine bereits zugesagte Spende, kann das fatale Folgen für den Empfänger haben, denn dieser wird vor der Transplantation intensiv auf Deine Spende vorbereitet. Sein erkranktes blutbildendes System wird mittels einer Chemo- oder Strahlentherapie „heruntergefahren“. Ohne den Erhalt Deiner Stammzellen hat der Patient oft keine Chance zu überleben. Wir bitten Dich daher, vor der Spendenzusage genau abzuwiegen, ob Du diese abgeben willst und kannst. Bei Fragen, Ängsten und Sorgen steht Dir das Cellex-Team rund um die Uhr zur Verfügung.

Was ist, wenn ich mir die GCS-F-Spritzen nicht selbst setzen kann/möchte?

Es ist nicht schlimm, wenn Du es nicht schaffen solltest, dir die vorbereitenden Spritzen selbst zu setzen. Du kannst einen Freund oder Bekannten darum bitten, das zu tun. Wenn auch das nicht möglich ist, dann werden wir dir einen Pflegedienst schicken. Dieser kommt zweimal täglich morgens und abends zu Dir nach Hause und setzt Dir die Spritze.

Wie ist der genaue Tagesablauf bei der Apherese?

Am Tag der Apherese triffst Du zwischen 7:30 und 8:00 Uhr in unserem Entnahmezentrum ein. Nach der Begrüßung wirst Du von dem zuständigen Pflegepersonal in den Apherese-Raum gerufen. Während der drei- bis fünfstündigen Entnahme kannst Du einen Film ansehen, Musik hören oder ein Buch lesen. Nur einer deiner Arme wird in der Bewegung eingeschränkt sein. Du kannst während der Entnahme auch auf die Toilette gehen. Am Ende der Entnahme kannst Du Deine Begleitperson telefonisch über die voraussichtliche Abholzeit informieren.

Nach der Spende solltest Du weitere 30 Minuten warten, damit wir Deine Fitness überprüfen und eventuell auftretende Fragen beantworten können. Während dieser Wartezeit erhältst Du einen elektronischen medizinischen Fragebogen, den Du ausfüllst und bei uns abgibst. Wir geben Dir auch die Broschüre mit Informationen über den Kontakt zwischen Spender und Empfänger. Am Nachmittag rufen wir Dich an und teilen Dir mit, ob am nächsten Tag eine zweite Spende erforderlich ist.

Werde ich Schmerzen bei oder nach der Spende haben?

Bei der peripheren Stammzellspende werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Um die Anzahl der Stammzellen zu erhöhen musst Du Dir über vier Tage jeweils morgens und abends einen sogenannten Wachstumsfaktor unter die Haut spritzen. In dieser Zeit können als mögliche Nebenwirkungen grippeähnliche Symptome auftreten, vor allem Knochen- oder Gliederschmerzen. Diese können allerdings mit einem leichten Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) behandelt werden.

Für die eigentliche Entnahme wirst Du an das Apheresegerät angeschlossen, indem Dir an beiden Armen ein venöser Zugang gelegt wird. Das Blut verlässt nun auf der einen Seite deinen Körper, fließt durch die Maschine und wird Deinem Körper auf der anderen Seite über den zweiten Zugang wieder zugeführt. Ein kleiner Teil des Blutes wird abgesammelt: die für den Empfänger wichtigen Stammzellen.

Damit das Blut im Verlauf des Verfahrens nicht gerinnt wird ein Gerinnungshemmer eingesetzt. Dieser Stoff kann kurzzeitig Symptome wie Kribbeln im Mund- und Lippenbereich oder in den Fingern verursachen. Diese Beschwerden können durch Kalziumgaben allerdings rasch behoben werden. Unserer Erfahrung nach wirst Du nach der Spende erschöpft sein, aber keine Schmerzen haben.

Bei der Knochenmarkentnahme werden Dir unter Vollnarkose Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen. Für diese Entnahmeart ist keine Vorbereitung mit dem Wachstumsfaktor notwendig. Während der Entnahme spürst du keinerlei Schmerzen. Nach der Entnahme werden die Beschwerden an den Entnahmestellen oftmals mit einem Muskelkater oder einer Prellung im unteren Rückenbereich verglichen, die bis zu 7 Tage anhalten können. Du kannst bereits im Laufe des Entnahmetages wieder aufstehen.

Wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Bei der peripheren Stammzellspende bist Du in der Regel nur an den Tagen der Entnahme arbeitsunfähig. Solltest Du allerdings wider Erwarten länger arbeitsunfähig sein, kann Dein Hausarzt Dir das bescheinigen.

Die Knochenmarkentnahme ist in der Regel mit einem 48-stündigen Klinikaufenthalt (inklusive Aufnahme- und Entlassungstag) verbunden. Die meisten Patienten sind nach der Knochenmarkentnahme 3 bis 5 Tage arbeitsunfähig.

Darf ich eine Begleitperson mitbringen?

Dies wird bei der ärztlichen Untersuchung besprochen.

Darf ich „meinen Patienten“ kennenlernen?

Bitte besprich diese Frage mit deiner Spenderdatei.

Wann erfahre ich, wie es „meinem Patienten“ geht?

Du musst Dich etwas gedulden, wenn Du erfahren willst, wie es Deinem Empfänger geht. Frühestens nach drei Monaten kannst Du bei der zuständigen Spenderdatei nach dem Gesundheitszustand Deines Patienten fragen. Bei manchen Kliniken und Ländern kann es etwas dauern, bis eine Antwort kommt, und in einigen Ländern ist jeglicher Kontakt zwischen Spender und Patient untersagt.

Glossar zum Freigabebrief

Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender!

Anlässlich deiner Blutstammzell- oder Lymphozytenspende wird Dein Blut mehrfach untersucht. Im Freigabebrief zur Blutstammzellspende werden Dir Deine Ergebnisse mitgeteilt.

Der Freigabebrief wird von uns entweder direkt an Dich oder an die Datei gesendet. Solltest Du keinen Freigabebrief erhalten, wende Dich bitte an Deine Datei!

Wichtig für Dich: Sollte ein von uns erhobener Laborwert auffällig sein und eine unmittelbare medizinische Relevanz für Dich haben, wirst Du darüber umgehend informiert, bevor Du Deinen Freigabebrief erhältst.

Manche Laborwerte können von der Norm abweichen, ohne akut klärungsbedürftig zu sein. Sie können aber eventuell später eine Relevanz haben oder einfach nur kontrollbedürftig sein. Solche Abweichungen werden im Freigabebrief als Information für den Hausarzt erwähnt oder am Tag der Spende persönlich mit Dir besprochen.

Damit Du Deinen Freigabebrief besser verstehen und interpretieren kannst, haben wir für Dich dieses Glossar erstellt. Bitte beachte, dass manche Abweichungen von Normwerten ganz normal sind: 2,5% aller Laborwerte liegen immer ober- oder unterhalb dieser gezogenen Grenzen. Ob eine solche Abweichung von Relevanz ist oder nicht, ergibt sich dann erst in der Zusammenschau der Befunde.

Albumin

Siehe Eiweiß

Basophile (Leukozyten)

Basophile sind eine Untergruppe der weißen Blutzellen (Leukozyten). Erhöhungen finden sich am häufigsten bei Spendern mit Allergien.

Beta-HCG

Beta-HCG dient dem Nachweis einer Schwangerschaft. Während und nach den Wechseljahren ist der Wert meist leicht erhöht.

Bilirubin

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Hämoglobins. Dieses wird in indirektes Bilirubin aus den Erythrozyten und direktes Bilirubin aus der Leber und der Galle unterschieden. Am häufigsten findet sich eine leichte (zwei- bis dreifache) Erhöhung des Bilirubins bei angeborenen Stoffwechselvarianten (z. B. Morbus Meulengracht). Diese haben keinen Krankheitswert. Vorsicht ist lediglich bei der Einnahme des Schmerzmedikamentes Paracetamol geboten. Solltest du zur Voruntersuchung Paracetamol erhalten haben und in der Blutuntersuchung ein Morbus Meulengracht festgestellt worden sein, erhäst du automatisch ein alternatives, unbedenktliches Schmerzmittel zugesandt.

Blutgruppe und irreguläre Antikörper

Bei jedem Spender wird die Blutgruppe bestimmt. Sie teilt sich in die Blutgruppen A, B, AB und O auf und die Rhesus-Untergruppen c, C, D, e und E auf. Die blutgruppenserologischen Untersuchungen dienen in erster Linie der Information des Transplantationszentrums. Für dich als Spender hat lediglich der Nachweis von irregulären Antikörpern eine Relevanz. Solltest du irgendwann einmal im Leben eine Bluttransfusion erhalten, hilft diese Information der Blutbank, das richtige Blut für dich zu finden.

Blutzucker

Üblicherweise muss der Blutzucker nüchtern bestimmt werden. Da du zur Voruntersuchung in der Regel nicht nüchtern bist, ist der Wert meist 1,5- bis 2,5-fach erhöht. Das ist völlig normal.
Unterschreitungen des Normwertes können vorkommen, wenn das Blutentnahmeröhrchen nicht schnell genug in das Analyselabor transportiert wird. Diese Unterschreitung ist ohne Bedeutung für dich.

Cholinesterase

Cholinesterase ist ein Enzym der Leber und ermöglicht Aussagen über die Leberfunktion. Leichte Abweichungen vom Normwert sind ohne Relevanz. Eine deutliche Unterschreitung findet sich bei einer seltenen angeborenen Form. In diesem Fall darf ein bestimmtes Medikament während der Narkose zur Knochenmarkentnahme nicht verabreicht werden.

CRP

Das sogenannte C-reaktive Protein ist ein unspezifischer Entzündungsmarker. Dieser Wert ist bei allen Formen von Infektionen aber auch bei Rauchern (durch chronische Bronchitis) erhöht. Leichte Erhöhungen, die sich durch weitere Befunde erklären lassen (z. B. latenter Harnwegsinfekt), bedürfen keine weiteren Untersuchungen. Bei starker Erhöhung wirst du von unseren Cellex-Ärztinnen/Ärzten kontaktiert. Ggf. muss der Wert noch einmal kontrolliert werden.

Cytomegalie Virus (CMV)

CMV ist ein Herpesvirus und wird in der Regel im jungen Erwachsenenalter als Tröpfcheninfektion übertragen. Der Anteil der CMV-Positiven (CMV IgG pos.) steigt daher mit dem Lebensalter auf über 50 % der Bevölkerung. CMV kann auch über Blut und Blutprodukte übertragen werden. Der Nachweis von CMV IgM deutet auf eine kürzlich durchgemachte CMV-Infektion hin. In diesem Fall wird die Blutprobe weiter analysiert (z. B. mit Direktnachweis der Virus-DNA), um einzuschätzen, wie hoch das Übertragungsrisiko für den Empfänger ist. Bei hohem Übertragungsrisiko kann das zu einer Verschiebung der Spende führen. Die Höhe dieser Werte ist ohne Rlevanz für dich. Diese Werte dienen nur dazu herauszufinden, ob eine Infektion erst kurz zurückliegt oder schon länger besteht.

Ebstein-Barr Virus (EBV)

EBV ist ein Herpesvirus, der am häufigsten im jungen Erwachsenenalter über Tröpfcheninfektion übertragen wird (Pfeiffersches Drüsenfieber). EBV kann auch durch Blut und Blutprodukte übertragen werden. Es wird getestet, wie lange die EBV-Infektion zurückliegt und ob eine Übertragung auf den Empfänger wahrscheinlich ist. Eine akute oder sehr frische Infektion mit EBV beim Spender kann zu einer Milzvergrößerung führen. Da das Stammzellstimulierende Medikament bei der peripheren Spende auch zu einer Milzvergrößerung führt, muss im Falle einer akuten EBV Infektion mit der peripheren Spende gewartet werden oder ein Wechsel zum Verfahren der Knochenmarkentnahme erfolgen.
Die Infektionsparameter werden als Titerstufen oder Units angegeben. Die Höhe dieser Werte ist ohne Relevanz für dich. Diese Werte dienen nur dazu, herauszufinden, ob eine Infektion erst kurz zurückliegt oder schon länger besteht.

Eiweiß

Das Eiweiß wird zum größten Teil in der Leber gebildet. Erhöhungen des Gesamteiweißgehaltes können auf eine Eiweißbildung außerhalb der Leber hinweisen. Verminderungen kommen ohne klinische Bedeutung vor oder zeigen einen Mangel im Verlustzustand an. Es gibt über 1.000 Unterformen von verschiedenen Eiweißmolekülen. Auf Grund ihrer physikalischen Eigenschaften können sie in einer sog. Elektrophorese aufgetrennt und in fünf Hauptgruppen aufgeteilt werden. Die größte dieser Gruppen stellt das Albumin dar, ein kleines Molekül, das z. B. Transportaufgaben im Blut übernimmt. Das Ergebnis der Elektrophorese wird in Prozent des Gesamt-Eiweiß angegeben. Veränderungen sind also immer nur relativ zu den anderen Werten zu betrachten.

Eosinophile (Leukozyten)

Eosinophile sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie dienen der immunologischen Abwehr von Parasiten und sind bei Überempfindlichkeitsreaktionen beteiligt. Erhöhungen sind typischerweise bei Spendern mit Allergien zu beobachten. Verminderungen sind in der Regel ohne Relevanz. Bei der peripheren Stammzellspende kann das Verhältnis der Leukozyten zueinander (Differentialbild) auch 4 Wochen nach Spende verändert sein. Dies ist jedoch ohne Relevanz.

Erythrozyten

Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie enthalten das Hämoglobin und transportieren Sauerstoff von der Lunge zu den Endorganen. Veränderungen der Erythrozytenzahl sind immer nur im Zusammenspiel von anderen Werten (Hämatokrit, MCV, MVH und MCHC) zu sehen. Am häufigsten ist das MCV (mittleres korpuskuläres Volumen) der Erythrozyten verändert. So ist der Eisenmangel typischerweise erniedrigt, bei Mangel von Folsäure oder Vitamin B12 jedoch erhöht.

Erythrozyten-Indices

Zu den roten Erythrozyten-Indices gehören MCV, MCH, MCHC und RDW. Sie geben Auskunft über Größe und Hämoglobingehalt von Erythrozyten. Abweichungen können nur im Zusammenhang aller Indices interpretiert werden.

Ferritin

Ferritin ist ein Transportmolekül für Eisen im Blut. Erhöhungen sind häufig bei Infektionskrankheiten und Entzündungen zu beobachten. Verminderungen zeigen einen Eisenmangel an. Wenn der Ferritinwert die untere Normgrenze unterschritten hat, der Hämoglobinwert aber noch normal ist, liegt ein latenter Eisenmangel vor. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist es sinnvoll, Eisen als Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Gamma-GT (GGT)

Gamma-GT ist ein Enzym der Gallenwege und Gallenblase. Leichte Erhöhungen ohne klinische Beschwerden sind meist ohne Relevanz. Erhöhungen können bei Lebererkrankungen und Gallensteinen vorkommen.

Gerinnungsdiagnostik

Es werden Standardtests zur Diagnose von Gerinnungsstörungen durchgeführt (TPZ, Quick, PTT, INR). Leichte Veränderungen sind in der Regel harmlos und treten bereits auf, wenn das Entnahmeröhrchen nicht korrekt gefüllt war oder längere Zeit zum Labor transportiert wurde.

GFR

Die GFR (glomeruläre Filtrationsrate) ist eine Messgröße der Nierenfunktion. Die Werte sind im Zusammenhang mit anderen Nierenwerten zu betrachten z. B. Kreatinin.

GOT (Syn. ASAT)

Die GOT ist ein Enzym der Leber und der Erythrozyten. Erhöhungen kommen z. B. schon bei leichten Veränderungen der Lebertextur (z. B. Fettleber) vor, können aber auch einen erhöhten Zerfall von Erythrozyten bedeuten. Häufig ist die GOT nach größerer sportlicher Betätigung erhöht. Die GOT muss immer in Zusammenschau weiterer Werte interpretiert werden.

GPT (Syn. ALAT)

GPT ist ein Enzym der Leber. Erhöhungen kommen bei Veränderungen der Lebertextur (z. B. Fettleber) vor. die GPT ist im Vergleich zur GOT mehr leberspezifisch.

Hämatokritwert

Der Hämatokritwert ist das Verhältnis der flüssigen Blutbestandteile (Plasma) zu den zellulären Bestandteilen. Der Wert steht in engem Zusammenhang mit dem Hämoglobin und ist bei Anämie verringert.

Hämoglobin

Hämoglobin ist das rote Blutpigment und somit der Transportträger für den Blutsauerstoff. Bei Anämie kommt es zu einer Abnahme. Die häufigste Form ist die Eisenmangelanämie. Leichte Verringerungen (10–15 % unter dem Normalwert) sind nicht selten und betreffen häufig Frauen (Menstruationsblutverlust) oder Blutspender, die regelmäßig Vollblut spenden. Eine Hämoglobinvermehrung tritt typischerweise bei längeren Aufenthalten in Höhenlagen oder bei Rauchern auf.
Bei einer peripheren Stammzellspende verliert man so wenig Blut, dass sich dies nicht auf den Hämoglobinwert auswirkt. Nach einer Knochenmarkentnahme kann der Hämoglobinwert um ein bis drei Punkte sinken. Der Ausgangswert vor der Spende wird in der Regel erst nach drei Monaten wieder erreicht.

Harnsäure

Harnsäure ist ein Abbauprodukt purinhaltiger Nahrungsmittel (z. B. Fleisch und Fisch), aber auch körpereigener Zellen. Ein Anstieg ist nicht ungewöhnlich und kann bei entsprechender Veranlagung und Ernährungsfehlern zu einem Gichtanfall führen. Bei der peripheren Stammzellspende erhöht die medikamentöse Stimulation die Anzahl der Leukozyten um das Drei- bis Achtfache über den Normalwert. Diese Zellen müssen dann vom Körper wieder abgebaut werden. Dabei entsteht Harnsäure. Die Ärztinnen/Ärzte von Cellex entscheiden individuell, ob du ein vorbeugendes Medikament (Allopurinol) zur Senkung des Harnsäurespiegels erhältst, um einem Gichtanfall vorzubeugen.

Harnstoff

Harnstoff ist ein Abbauprodukt tierischer Proteine. Erhöhungen sind eher selten und müssen zusammen mit anderen Nierenwerten interpretiert werden.

Hepatitis A (HAV)

HAV löst eine infektiöse Gelbsucht aus. Es wird über den fäkal-oralen Weg übertragen, kann aber auch über Blutprodukte weitergegeben werden. Die meisten Spender sind bereits gegen HAV geimpft oder haben die Krankheit bereits durchgemacht. Eine aktuelle Infektion wird durch HAV-PCR nachgewiesen.

Hepatitis B (HBV)

HBV wird durch Blut, Blutprodukte und sexuellen Kontakt übertragen. Die akute Infektion kann sich als Gelbsucht äußern und heilt in der Regel spontan aus. In einigen Fällen kommt es zu einem chronischen Verlauf, in dem die Betroffenen auch ansteckend sind. Zur Beurteilung werden verschiedene Testmethoden eingesetzt. Der Nachweis von sogenannten Anti-HBs weist auf eine Immunität gegen HBV hin, in der Regel durch eine vorherige Impfung. Die Titer-/Einheitshöhe ist für dich nicht von Relevanz. Außer bei beruflich exponierten Personen ist nach erfolgreicher Grundimmunisierung keine Auffrischungsimpfung erforderlich. Der gleichzeitige Nachweis von Anti-HBs weist auf eine zurückliegende (ausgeheilte) HBV-Infektion hin. Ist der weitere Virusnachweis negativ, dürfen diese Spender Blut oder Stammzellen spenden.
Der Nachweis von HBsAG oder HBV-PCR weist auf eine akute oder chronische Infektion hin, und eine Spende ist nicht möglich.

Hepatitis C (HCV)

HCV wird durch Blut, Blutprodukte und sexuellen Kontakt übertragen. Der Nachweis von Anti-HBC oder HCV-PCR weist auf einen Kontakt mit dem Virus hin. Diese Personen werden in der Regel von einer Spende ausgeschlossen.
In einigen Fällen ist der Anti-HCV-Test fälschlicherweise positiv. In diesem Fall sollten weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Kann das Ergebnis nicht bestätigt werden und ist der HCV-PCR-Test negativ, kann eine Freigabe zur Spende erfolgen.

HIV-1/2

HIV ist ein Retrovirus und löst eine HIV-Infektion aus. Es werden Anti-HIV-1/2 und PCR-HIV getestet. Bei einem positiven Befund kann keine Spenderfreigabe erfolgen.

HTLV-1/2

HTLV ist ein Retrovirus, das durch Blut und sexuellen Kontakt übertragen wird. Das Vorkommen von HTLV ist auf wenige Regionen der Welt beschränkt (z. B. Japan). Infektionen treten daher in Deutschland eigentlich nicht auf. Dennoch sind wir verpflichtet, alle Spender darauf zu testen. Es kommt zu falsch-positiven Tests, die dann in einem Referenzlabor weiter untersucht werden. Sind diese Wiederholungsuntersuchungen negativ, darf gespendet werden.

Kalium

Kalium ist ein Elektrolyt, das vornehmlich über die Niere ausgeschieden wird. Erhöhungen des Kaliums kommen daher bei Nierenfunktionsstörungen vor, Verminderungen bei vermehrter Ausscheidung (z. B. harntreibende Medikamente).
Bei der peripheren Stammzellenspende kommt es durch den Zusatz von Citrat (Zitronensäure) als Gerinnungshemmer zu einem Kaliumverlust. Du erhältst daher nach der Spende kaliumhaltige Brausetabletten oder Pulver.
Häufig ist bei Laboruntersuchungen das Kalium irrtümlicherweise erhöht, wenn die Probe einen längeren Transportweg (z. B. per Post vom Hausarzt in das Labor) hinter sich hat. Dadurch zerfallen die Erythrozyten in den Proberöhrchen und setzt dabei Kalium frei.

Kalzium

Kalzium ist ein Elektrolyt des Blutes und wichtigster mineralischer Bestandteil des Knochens. Veränderungen kommen bei hormonellen Veränderungen der Störungen des Knochenstoffwechsels vor. Kalzium ist auch essentiell an der Reizleitung und Reizübertragung im Nervensystem beteiligt. Bei der peripheren Stammzellspende wird dein Blut durch ein Schlauchsystem in den Zellseparator geleitet. Damit das Blut im Verlauf des Entnahmeverfahrens nicht gerinnt, muss ein Gerinnungshemmer eingesetzt werden. Wir verwenden einen Gerinnungshemmer, der der Zitronensäure ähnlich ist und vom Körper sehr schnell wieder abgebaut wird. Dieser Gerinnungshemmer kann einen kurzzeitigen Kalziummangel hervorrufen. Ein Kalziummangel äußert sich durch Symptome wie Kribbeln im Mund- und Lippenbereich oder bspw. in den Fingern. Durch Kalziumgaben können diese Beschwerden rasch behoben werden.

Kreatinin

Kreatinin ist ein Abbauprodukt aus dem Muskelstoffwechsel. Kreatinin wird komplett über die Niere ausgeschieden. Erhöhungen können bei Nierenfunktionsstörungen gesehen werden. Häufiger findet sich bei unseren Spendern eine Erhöhung nach sportlicher Betätigung oder Bodybuilding.

LDH

LDH ist ein Enzym, das in allen Körperzellen vorhanden ist. „Falsche“ Erhöhungen sind häufig bei unsachgemäßer Blutentnahme (zu schnelles Ansaugen) oder zu langem Transport des Röhrchens in das Labor. Echte Erhöhungen sind selten und zeigen einen erhöhten Zellumsatz an. Dies tritt z. B. nach banalen Erkältungen aber auch bei angeborenen oder bei erworbenen Formen der Blutarmut auf.

Leukozyten

Als Leukozyten werden weiße Blutkörperchen bezeichnet. Leukozyten lassen sich weiter aufteilen in Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile. Eine Erhöhung der Leukozytenzahl findet sich typischerweise als Reaktion auf Infektionen, aber auch unter Stressbedingungen, z. B. nach einer Knochenmarkspende. Eine Verminderung der Leukozytenzahl kommt bei einer Erkältung oder bei Bildungsstörungen vor. Zur Interpretation der Leukozytenwerte wird immer das Differentialblutbild mit herangezogen.
Zur Vorbereitung auf die periphere Stammzellspende erhältst du das Medikament Granocyte, das zu einer Stimulation der Leukozyten im Knochenmark führt. Dabei kann der obere Normwert mehrfach überschritten werden (drei- bis achtfach). Diese Erhöhung der Leukozytenzahl geht nach der Spende allmählich zurück, die Zellen werden vom Körper abgebaut. Dies kann bis zu drei Wochen dauern. Bei der Nachuntersuchung durch den Hausarzt vier Wochen nach der Spende ist der Leukozytenwert in der Regel schon wieder normalisiert. Häufig liegt er auch etwas niedriger als der Ausgangswert. Dieses hat für dich keine Relevanz.

Lymphozyten

Lymphozyten sind eine Untergruppe der Leukozyten. Lymphozyten dienen der spezifischen Infektabwehr. Geringfügige Erhöhungen oder Verminderungen kommen sowohl bei akuten wie auch bei abklingenden Infektionen vor. Bei der peripheren Stammzellspende werden die Lymphozyten mit den Leukozyten vermehrt ins Blut abgegeben und nach der Spende langsam wieder abgebaut. Vorübergehende Abweichungen vom Normwert sind vier Wochen nach der Spende häufig, aber ohne Relevanz.
Bei der Lymphozytenspende (DLI) werden gezielt diese Zellen abgesammelt. Durch die Apherese verlierst du etwa 20-30 % der im Blut zirkulierenden Lymphozyten. Dies hat keine Auswirkungen auf eine eventuelle Infektanfälligkeit. Die Ausgangswerte werden in der Regel nach einigen Tagen wieder erreicht.

Malaria

Malaria ist eine durch Mücken übertragene Erkrankung, die häufig in äquatornahen Ländern auftritt. Ein Besuch in einem dieser Länder würde bei Blutspendern zu einer vier-monatigen Sperre führen. In der Regel akzeptieren Transplantationszentren bei Stammzellspendern kürzere Fristen. In Einzelfällen (z. B. Aufenthalt in einem Hochrisikogebiet ohne Malariaprophylaxe oder Fieberanfall während des Aufenthalts) werden weitere Tests zur Malariadiagnostik durchgeführt (z. B. Malaria Antikörper, Malaria PCR, dicker Tropfen).

MCH

Siehe Erythrozyten-Indizes

MCHC

Siehe Erythrozyten-Indizes

MCV

Siehe Erythrozyten-Indizes

monocytes

Monozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie dienen der spezifischen Infektabwehr. Leichte Veränderungen im Differentialblutbild sind in der Regel ohne Relevanz.

Natrium

Natrium ist ein Elektrolyt des Bluts. Veränderungen sind selten und kommen bei hormonellen Störungen oder selten auch bei starkem Flüssigkeitsmangel vor.

Neutrophile (Leukozyten)

Neutrophile gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind die erste Garde in der Abwehr gegen Eindringlinge und Bakterien. Dabei zerfallen sie und geben für Bakterien toxische Substanzen ab. Erhöhungen kommen bei allen Arten von Entzündungen und besonders bei bakteriellen Infektionen vor. Raucher haben aufgrund der chronischen Reizung des Bronchialsystems häufig leicht erhöhte Werte. Leicht erniedrigte Werte sind meist ohne Relevanz, stark erniedrigte Werte kommen selten nach Medikamentengabe vor (z. B. Novalgin). Bei der peripheren Stammzellspende erhalten die Spender das Medikament Granocyte, das zu einer Stimulation der neutrophilen Leukozyten im Knochenmark führt.

Parvovirus B19

Das Parvovirus B19 ist der Erreger der Ringelröteln. Das Parvovirus B19 kann bei Stammzelltransplantierten zum Verlust des Transplantats führen, daher wird die Infektiosität des Spenders vor einer Stammzellspende getestet.

Phosphatase

Phosphatase ist ein Enzym des Knochenstoffwechsels und der Gallenwege. Leichte Erhöhungen kommen bei Erkrankungen der Gallenwege vor. Stoffwechselerkrankungen sind in der Zusammenschau mit anderen Werten (z. B. Kalzium) zu betrachten.

Schilddrüsendiagnostik

Ist der TSH-Wert verändert oder finden sich im Ultraschall der Schilddrüse Auffälligkeiten, werden weitere Schilddrüsenparameter bestimmt. Dazu gehören die Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie Antikörper gegen Schilddrüsengewebe wie MAK, TRAK und TAK. Die Interpretation erfolgt durch unsere Cellex-Ärztinnen/Ärzte, relevante Befunde werden Ihnen umgehend mitgeteilt.

Taxoplasmose

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit durch Parasiten, die durch rohes Fleisch oder Katzenkot übertragen wird. Dei Erkrankung heilt bei Menschen mit gesundem Immunsystem folgenlos aus, etwa 50 % der Bevölkerung sind infiziert (IgG-positiv). Bei einem Nachweis von IgM könnte die Erstinfektion erst kürzlich zurückliegen, weitere Untersuchungen sind dann notwendig. Eine frische oder noch aktive Erkrankung mit Toxoplasmose könnte beim Empfänger des Stammzellpräparats eine Erkrankung auslösen, ggf. muss die Spende verschoben werden, bis die akute Infektion abgeklungen ist.

Thrombozyten

Thrombozyten sind die Blutplättchen, die für die Blutgerinnung zuständig sind. Erhöhte Werte sind häufig bei Infekten oder chronischen Entzündungen zu finden. Infekte können aber auch zu einer Verminderung der Blutplättchen führen. Selten gibt es auch eine immunologische Zerstörung der Thrombozyten.
Da bei der peripheren Stammzellapherese aus technischen Gründen ein Teil der Blutplättchen abgesammelt wird, sollten die Thrombozyten am Tag der Voruntersuchung und der Spende nicht unter 120 G/l liegen.
Nach der peripheren Stammzellspende kann die Anzahl der Thrombozyten ca. 1/3 niedriger als der Ausgangswert sein, die Blutgerinnung ist dadurch nicht beeinträchtigt. Etwa eine Woche nach der Spende steigen die Thrombozytenwerte wieder auf die ursprünglichen Ausgangswerten an.

TPPA (oder TPHA)

TPPA ist der Nachweis von Treponema pallidum, dem Erreger der Syphilis. Bei einem positiven Befund kann keine Spenderfreigabe erfolgen.

TSH

TSH ist ein Botenstoff, der die Schilddrüse stimuliert, Schilddrüsenhormone zu produzieren. Veränderungen können sowohl bei Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse auftreten (näheres siehe auch „Schilddrüsendiagnostik“). Wenn du bereits ein Schilddrüsenhormonpräparat einnimmst, ist der TSH-Wert in der Regel normal oder vermindert. Bei einer Erhöhung ist die Menge an verschriebenen Schilddrüsenhormon zu niedrig.

Urinstatus

Der Urinstatus mit Hilfe eines Teststreifens (Schnelltest) gibt einen ersten Überblick über die Funktion der Niere und der Harnwege. Eiweiß kann nach körperlicher Anstrengung oder bei Harnwegsinfekten erhöht sein. Das stärkste Indiz auf einen bakteriellen Harnwegsinfekt ist der Nachweis von Nitrit (Abbauprodukt von Bakterien) und Leukozyten. Der Nachweis von Erythrozyten ist bei Frauen sehr häufig, da die Nachweismethode sehr empfindlich ist und daher auch positive Ergebnisse auftreten, lange nachdem die sichtbare Menstruation schon aufgehört hat. Bei Männern ist der positive Nachweis von Erythrozyten am häufigsten durch eine Störung des Teststreifens durch Nahrungsbestandteile zurückzuführen. Bei unklaren Befunden veranlassen wir eine Wiederholung des Tests durch den Hausarzt oder den Spender.
Im Urinsediment werden feste und zelluläre Bestandteile des Urins im Mikroskop ausgewertet. Diese Informationen dienen der Interpretation des Urinstatus. Z. B. deutet der Nachweis von Plattenepithelien (Zellen aus der Harnröhre) auf eine fehlerhafte Probengewinnung hin (Mittelstrahlurin).

Varizellen Antikörper (VZV)

Varicella zoster ist ein Herpesvirus und der Erreger der Windpocken. Einige Transplantationszentren wünschen den Nachweis von VZV vor der Transplantation. Der Nachweis ist ohne Relevanz für dich.

WNV

Das West-Nil-Virus ist eine durch Zugvögel übertragbare Erkrankung, die in einigen Ländern Osteuropas und Nordamerikas vorkommt. Spender, die sich im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 30. November vier Wochen in diesen Ländern aufgehalten haben, werden auf diesen Erreger getestet.